Foodsaver

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Werdegang des Foodsaver

Ein Foodsaver ist eine freiwillig, aktiv-agierende Person, die es sich zum Ziel macht, Lebensmittel vor dem Wegwerfen in die Tonne zu bewahren, in dem sie diese Lebensmittel in Absprache mit anderen Foodsavern und den kooperierenden Betrieben einsammelt und fair-teilt. Desweiteren ist es sinnvoll, wenn der Foodsaver an Events und Bezirkstreffen teilnimmt.


Werdegang eines Foodsavers

Neue Foodsaver einweisen, verifizieren und Ausweise erstellen

Dieser allgemeine Leitfaden zum Umgang mit neuen Foodsavern soll den Botschafter*innen der unterschiedlichen Bezirke oder Regionen helfen, einheitlich mit den neuen, werdenden Foodsavern zu verfahren.
Bei den Einführungsabholungen sollen Berührungsängste mit den Ansprechpartner*innen im Betrieb genommen und die künftigen Foodsaver für den Umgang mit Lebensmittelresten sensibilisiert werden.
Außerdem können die Botschafter*nnen bei den Einführungsabholungen feststellen, ob ein künftiger Foodsaver Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, soziale Verantwortung und Verständnisses der Thematik zeigt.

Foodsaver können zu Einführungsabholungen erst mitgenommen werden, wenn sie das Quiz für Foodsaver bestanden haben.

1. Foodsaver verifizieren (freischalten)

Vor der Verifizierung eines neuen Foodsavers sollten die Daten des Foodsavers genau überprüft werden: sind alle erforderlichen Daten eingetragen und plausibel (kein Spam, keine Scherz-Anmeldung, sinnvolles Geburtsdatum)? Gibt es ein repräsentatives passbildähnliches Foto?
Name, Adresse und Geburtsdatum werden von einer/m Botschafter*in durch Vergleichen mit einem Ausweisdokument überprüft.

Danach kann der Foodsaver durch eine*n Botschafter*in verifiziert werden. Der neue Foodsaver erhält dann eine Begrüßungsmail, in dem er/sie auf die allgemeinen Verhaltensregeln, das nächste Treffen im Bezirk oder in der Region und ggf. einen weiteren Ablauf hingewiesen wird.

2. Theorieteil

Jeder werdende Foodsaver muss vor dem Praxisteil das Quiz bestehen. Dieses erreichst du, indem du mit der Maus über dein Profilbild (oben rechts) fährst und dann auf 'Einstellungen' klickst. In der linken Leiste erscheint dann der Button 'Werde Foodsaver'. Essenziell dafür sind die Wiki-Seiten:

3. Praxisteil

Jeder Foodsaver nimmt in seinem Praxisteil an mindestens drei Abholungen teil; dabei wird er von einem/einer Botschafter*in oder einer/m von den Botschafter*innen benannten Betreuenden begleitet. Der/die jeweilige Botschafter*n schlägt Termine vor, die der werdende Foodsaver rechtzeitig vor dem Termin bestätigt.
Es sollte auch beachtet werden, dass sich nicht alle Betriebe für eine Einführungsabholung eignen (Vorgaben bzgl. eines festen Teams beachten, wenn vom Betrieb gewünscht).
Es kann eine gute Idee sein, Betriebe in der Nähe des werdenden Foodsavers auszuwählen, bei denen er/sie später alleine abholen kann. Gut ist auch, wenn er bei jeder Einführungsabholung einen anderen Betrieb kennenlernen kann.
Die jeweilige Vertrauensperson oder der/die Botschafter*in informiert den werdenden Foodsaver über Zeit und genauen Treffpunkt, auch darüber, wie sich werdender Foodsaver und Betreuende*r vor Ort erkennen.
Eventuell kann der werdende Foodsaver vor einer Einführungsabholung in das entsprechende Team aufgenommen werden, damit er sich schon vorher die Besonderheiten des Betriebs durchlesen kann.

4. Ablauf der Einführungsabholungen

Vor der Einführungsabholung wird der werdende Foodsaver herzlich begrüßt, schließlich freuen wir uns über seine/ihre tatkräftige Unterstützung. Je mehr Betriebe ausgelastet sind, desto mehr neue können akquiriert werden und somit auch mehr Lebensmittel gerettet werden!

Dem werdenden Foodsaver wird der Ablauf der Abholung in dem jeweiligen Betrieb erklärt und auf Besonderheiten hingewiesen, die zu beachten sind. Man sollte dem werdenden Foodsaver auch erklären, wo er/sie die Informationen auf der Betriebsseite finden kann.
Bei allgemeinen Verhaltensfragen kann man immer auf die Verhaltensregeln hinweisen. Dann wird die Abholung vorbildlich durchgeführt.

5. Nach der Abholung

Nach jeder Abholung wird sichergestellt, dass der werdende Foodsaver alles verstanden hat und Fragen stellen kann, falls es welche gibt. Die geretteten Lebensmittel werden fair aufgeteilt (siehe Foodsharing und Bedürftigkeit, Fair-Teilen) oder gemeinsam verteilt.

Nach der Einführungsabholung sollte der/die Betreuende dem/der zuständigen Botschafter*in eine Rückmeldung geben: ob alles funktioniert hat, der werdende Foodsaver pünktlich war etc. Bei Nichteinhalten der Verhaltensregeln - wie Unpünktlichkeit, unhöfliches Auftreten, raffgieriges Verhalten etc. - sollte dies umgehend mit dem werdenden Foodsaver besprochen werden. Dadurch können künftige Probleme schon im Vorfeld vermieden werden, und ein Fehlverhalten schleicht sich erst gar nicht ein.

Falls ein werdender Foodsaver die Verhaltensregeln wiederholt nicht befolgt und es keine Aussicht auf Besserung gibt, dann muss man dem neuen Foodsaver leider die Verifizierung verwehren. Er/sie kann weiterhin als Foodsharer auf foodsharing angemeldet bleiben, kann bei Fair-Teilern abholen, an Events teilnehmen und auf der foodsharing-Plattform Essenskörbe entgegennehmen.

6. Ausweis / Rechtsvereinbarung

Nach Bestehen des Quiz für Foodsaver und drei problemfreien Einführungsabholungen erhält der werdende Foodsaver seinen/ihren Ausweis, welcher mit einem Ausweisdokument abgeglichen und auf die Richtigkeit der Angaben geprüft wird.
Die Rechtsvereinbarung zu unterschreiben, ist nicht mehr notwendig, da dies schon online erfolgt und von uns so akzeptiert wird. Damit die neuen Foodsaver hilfreiche Kontakte knüpfen können und erfahren, wie wir offline organisiert sind, ist es geschickt, die Ausweise auf Bezirks- oder Regionstreffen auszuhändigen.
Bevor der Ausweis erstellt werden kann, muss das Foto den Anforderungen des Leitfadens für ein repräsentatives Foto entsprechen.

Aufgaben eines Foodsavers

Grundverständnis

Deine Aufgabe besteht darin, die Lebensmittel von einem kooperierenden Betrieb deiner Wahl abzuholen, dich um die Trennung des Abfalls und um das saubere Hinterlassen des Abholortes zu kümmern sowie dafür Sorge zu tragen, dass das gerettete Essen weiterverteilt wird und alles aufgegessen wird.

Dabei sollte dir bewusst sein, dass du foodsharing gegenüber den Mitarbeitenden des Betriebs und den Kund*innen repräsentierst. Daher sollte die Abholung schnell und unauffällig durchgeführt werden, und du solltest einen professionellen und gut organisierten Eindruck hinterlassen. Das bedeutet natürlich auch, dass du dort nüchtern und nicht unter dem Einfluss bewusstseinserweiternder Substanzen in Erscheinung trittst. Hunde werden nicht mit in den Laden genommen, und auch wenn du mit einer Bierflasche in der Hand zur Abholung erscheinst, wirkt das nicht professionell und vertrauensfördernd.
Wir sind sehr dankbar für die Betriebe, die mit uns eine Kooperation eingehen. Deshalb müssen wir alles tun, um die Wünsche und Bedürfnisse des Betriebes zu erfüllen und keine Probleme zu verursachen, sondern ihnen möglichst wenig Aufwand und Mühe zu verursachen.

Du bist Mitglied in einem Team, gemeinsam mit den anderen Foodsavern in deiner Region, mit deinen Betriebsverantwortlichen und deinen Botschafter*innen, um gemeinsam unser Ziel zu erreichen: alle Lebensmittel, die wir retten können, abzuholen und weiterzuverteilen. Unterstützt euch dabei gegenseitig und helft euch!

Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit

Unser Ziel ist es, bei dem Betrieb eine 100%ige Abholquote zu gewährleisten. Darum ist es sehr wichtig, dass du dich nur für Termine einträgst, an denen Du auch sicher kommen kannst. Außerdem ist deine Pünktlichkeit entscheidend, um einen professionellen Eindruck zu hinterlassen und dem Betrieb zu zeigen, dass er sich auf dich verlassen kann. Wenn mehrere Foodsaver zusammen abholen, treffen sie sich zunächst in der Nähe des Betriebes und gehen dann gemeinsam rein, denn ein Kommen und Gehen wird dem Betrieb mit Sicherheit nicht gefallen.

Wenn bei einem Termin deutlich mehr Lebensmittel als üblich abzuholen sind und du sie nicht alleine transportieren kannst, setze dich mit einem der Betriebsverantwortlichen in Verbindung oder versuche, schnell andere Foodsaver als Unterstützung zu organisieren. Bringe in diesem Fall die Lebensmittel selbst aus dem Laden, damit der dortige Betrieb nicht länger als nötig gestört wird.
Sollte das aus irgendeinem Grund nicht möglich sein, kannst du auch jemand anders um Hilfe bitten (als Tragehilfe), allerdings darf er/sie den Betrieb nicht betreten und nicht bei der Sortierung und dem Einpacken der Lebensmittel helfen. Er/sie kann aber vor dem Laden oder auf dem Parkplatz warten und dir von dort an beim Tragen helfen.

Wenn es für dich völlig unmöglich ist, einen Termin wahrzunehmen, für den du dich eingetragen hast, dann liegt es in deiner Verantwortung, dich so schnell wie möglich aus dem Termin auszutragen und das Betriebsteam per Team-Nachricht zu informieren. Falls du dich weniger als 24 Stunden vor dem Termin austragen musst, dann reicht die Teamnachricht nicht mehr; du musst dann per Telefon nach Ersatz suchen.
Du kannst andere Foodsaver anrufen, die auch in diesem Betrieb angemeldet sind, und zur Not den Betriebsverantwortlichen informieren.

Eigenverantwortung

Laut der Rechtsvereinbarung, die du mit der Registrierung akzeptiert hast, holst du die Lebensmittel als Privatperson ab. Konkret heißt das: wenn du selbst oder andere Foodsaver durch den verzehr der geretteten Lebensmittel gesundheitliche Probleme bekommen sollten, kann nicht der Betrieb belangt werden, sondern nur du selbst.

Folgendes fällt in Deinen eigenen Verantwortungsbereich:

  • zu entscheiden, welche Lebensmittel noch genießbar sind und welche nicht,
  • alle geretteten Lebensmittel selbst zu verbrauchen oder weiterzuverteilen

Fair-Teilung

Möglichkeiten für die Weitergabe von geretteten Lebensmitteln:

  • an Freunde/Familie
  • unter Nachbarn verteilen
  • einen Essenskorb auf der foodsharing-Plattform erstellen, damit Foodsharer die Lebensmittel bei dir abholen können.
  • an lokale Fair-Teiler liefern (genaue Adressen sind auf der Karte zu finden!)
  • an lokale Abgabestellen (Flüchtlingslager, Obdachlosenhilfen, Bahnhofsmission, Diakonie etc.) (genauere Adressen bitte in den Foren deines Bezirkes nachfragen!)

Uns ist eine gemeinschaftliche und friedliche Atmosphäre sehr wichtig, deswegen teilt bitte gerecht und legt kein raffgieriges Verhalten an den Tag. Streitereien um Essen, insbesondere vor Mitarbeiter*innen oder Kund*innen des Betriebs, werden nicht geduldet und schaden nicht nur euch selbst, sondern allen anderen Foodsavern.

Der Umgang mit den Mitarbeiter*innen sollte immer freundlich und zuvorkommend sein. Wir stellen klar, dass wir niemandem etwas wegnehmen oder mit jemandem in Konkurrenz treten wollen. Falls die Mitarbeiter*innen beim Abholen etwas für sich herausnehmen wollen, haben sie immer Vorrang, und wir begrüßen es sehr, wenn ein Betrieb so handelt!

Die geretteten Lebensmittel zu verkaufen, ist strikt verboten! Das würde der Grundidee fundamental widersprechen. Auch eine Spende für die Lebensmittel zu nehmen, ist nicht erlaubt.

Umgang mit Geld

Wenn es begründet und dringend nötig ist, kann für die Durchführung eines Events eine Spenden-Box aufgestellt werden (z.B. für Raummiete, Versicherung, etc.). Der Zweck der Spende muss immer explizit gekennzeichnet werden, und nach einer Spenden-Sammlung müssen Einnahmen und Ausgaben transparent veröffentlicht werden.

Spenden bei Fair-Teilern sind nicht erlaubt, da wir sonst von den Behörden als Lebensmittelunternehmen eingestuft werden könnten (Annahme des Verkaufs von Lebensmitteln) und das Finanzamt dem foodsharing e.V. die Gemeinnützigkeit aberkennen könnte.

Regelverstöße

Verstöße gegen die Verhaltensregeln sollten immer thematisiert werden. Sie können als formale Verstoßmeldung gemeldet werden, evtl. kann man aber auch erst ein Gespräch mit den beteiligten Foodsavern oder den Botschafter*innen des Bezirks führen.

Wir sind alle verantwortlich, über Verstöße gegen die Verhaltensregeln nicht hinweg zu sehen oder sie zu ignorieren, damit sich nicht zugelassene Verhaltensweisen erst gar nicht etablieren und sie gleich geklärt werden können, bevor ein großes Problem entsteht. Das ist unbedingt erforderlich, damit der gute Ruf von foodsharing gewahrt bleibt.

Das sorgfältige Eintragen aller Abholtermine und aller Abholenden auf der foodsharing-Plattform unterstreicht die Zuverlässigkeit und Ernsthaftigkeit des Projektes foodsharing, mit dem wir die Lebensmittelverschwendung beenden wollen.