Abholquote

Aus Lebensmittelretten.de Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wiki-Artikel-Typ: 2 (Info-Artikel)

Der Begriff “Abholquote” steht für die Angabe, wieviel Prozent der geplanten Abholtermine tatsächlich stattfinden, einerseits für eine ganze Kooperation, andererseits für einzelne Foodsaver. Man kann sie etwa mit dem Erfassen von Fehlstunden im Klassenbuch vergleichen.

Was genau ist die Abholquote, und wie wird sie berechnet?

Die Abholquote ist Teil der Rechtsvereinbarung: “Ziel ist es, eine Abholquote von 100% zu erreichen.”

  • Die Abholquote ist eine Zusage an die Betriebe, also ein entscheidendes Ziel für uns Foodsaver. Das Versprechen von 100% soll gegenüber den Betrieben unsere Zuverlässigkeit bekräftigen. Durch Einhaltung dieses Ziels demonstrieren wir unsere Zuverlässigkeit.
  • Die Abholquote für einzelne Foodsaver wird außerdem als statistischer Wert ausgewertet. Dafür wird die Anzahl der Abholtermine, die ein Foodsaver tatsächlich durchgeführt hat, durch die Anzahl der Termine geteilt, für die der Foodsaver sich eingetragen und nicht wieder ausgetragen hat.
  • Dabei wird eine Abholung dann als “nicht durchgeführt” gewertet, wenn es eine Meldung über eine Regelverletzung mit der Begründung “Ist gar nicht zum Abholen gekommen” gibt.
  • Die Abholquote ist auf der Profilseite jedes Foodsavers für alle anderen Foodsaver transparent ersichtlich.

100% Abholquote gegenüber dem Betrieb

Die Zusage einer Abholquote von 100% gegenüber den Betrieben soll unsere Zuverlässigkeit bekräftigen.
Um diese Quote auch einhalten zu können, ist es wichtig, dass nur so viele Termine eingerichtet werden, wie vom Betriebsteam auch eingehalten werden können.
Wenn foodsharing dem Betrieb gegenüber die Zusage macht, das zweimal pro Woche abgeholt wird, dann sollte das auch so stattfinden.

Was sind die Folgen von nicht eingehaltenen Abholterminen ?

Wenn ein Foodsaver zu einer Abholung nicht erscheint, dann hat das negative Folgen für alle Beteiligten:

  • Der Betrieb muss im schlimmsten Fall die Lebensmittel entsorgen. Damit ist der Foodsaver und damit foodsharing der Kooperationsvereinbarung mit dem Betrieb nicht nachgekommen.
  • Wenn weitere Foodsaver für den Termin eingetragen sind, könnten sie mit der zusätzlichen Menge überfordert sein, die sie dann mitnehmen müssen.
  • Die Betriebsverantwortlichen müssen anschließend dem Betrieb den Ausfall der Abholung erklären, rechtfertigen oder sich entschuldigen.
  • In manchen Fällen hat das Versäumen von Abholungen zur Einstellung von Kooperationen geführt, da wir als nicht zuverlässiger Partner gesehen wurden.

Die Zuverlässigkeit von foodsharing bei Abholungen ist daher ein Grundpfeiler der Kooperationen mit Betrieben.
Foodsaver entscheiden sich freiwillig und eigenverantwortlich, sich für eine Abholung einzutragen. Dabei gelten immer die gleichen Bedingungen, nämlich dass die eingetragenen Foodsaver die Abholung dann auch machen müssen, außer wenn sie sich rechtzeitig austragen und ggf. Ersatz suchen.

Meldungen zu “ist gar nicht zum Abholen gekommen”

Die Abholquote ist eine Abbildung des realen Verlaufs bei den Abholungen: Jemand ist nicht zu einer Abholung gekommen, für die er/sie eingetragen war. Dies hat eine*n Mitabholer*in dazu veranlasst, eine Meldung darüber zu machen. Das beeinflusst dann die Abholquote des gemeldeten Foodsavers.
Die Meldung wird auf dem vorgesehenen Weg an die Lokale Meldungsgruppe übergeben (siehe Regelverletzungen - Konsequenzen und Bearbeitung). Diese prüft die Meldung und entscheidet darüber, ob es sich um ein "nicht entschuldbares" oder ein "entschuldbares" Fehlen handelt und ob eine Verwarnung ausgesprochen wird oder nicht.
Die Meldung bleibt so lange bestehen, bis der Foodsaver (nach Ablauf einer Mindestfrist, siehe Regelverletzungen ... Tilgung) einen Tilgungsauftrag an die Lokale Meldungsgruppe seines Bezirks schickt. Dann wird die Meldung getilgt (gelöscht) und geht in die Abholquote nicht mehr ein .

Wie soll mit der Abholquote umgegangen werden ?

Wie genau die Information aus der Abholquote genutzt wird, kann im Detail von jedem Bezirk selbst entschieden werden. Mögliche Ansätze für eine positive, konstruktive Nutzung des Werts könnten sein:

  • Mit der Abholquote kann es auffallen, dass jemand Abholtermine nicht einhält, so dass man entgegenwirken kann. Vor allem bei Foodsavern, die in mehreren Bezirken aktiv sind, ist es manchmal nicht leicht zu erkennen, wie zuverlässig sie Abholungen durchführen. Der von der Abholquote angegebene Wert bildet die tatsächliche vorhandene Situation mit Abholungen und gemeldeten Versäumnissen ab.
  • Die Abholquote kann als Indikator dienen, ob einer Person noch besser vermittelt werden muss, wie wichtig das Einhalten von Abholterminen ist; oder wo vielleicht Hilfe und Unterstützung nötig ist, um gemeinsam als Team aller Foodsaver noch besser und zuverlässiger zu werden.
  • Es kann natürlich auch passieren, dass ein bis dahin zuverlässiger Foodsaver - durch Überlastung oder privaten/beruflichen Herausforderungen Abholungen vergisst. Auch in so einem Fall kann die Abholquote darauf aufmerksam machen, dass man vielleicht mit etwas Unterstützung und gemeinsamer Anstrengung dem Risiko ausfallender Abholungen entgegenwirken kann. Hinter jeder Abholung steckt ein Mensch, daher auch bitte Rücksichtsvoll miteinander um- und aufeinander zugehen.
  • Ein Foodsaver, der mit einem anderen gemeinsam eine Abholung macht, kann vielleicht aus der Abholquote des anderen Foodsavers das Risiko abschätzen, dass er ungeplant "alleine da steht". Eventuell kann er dann im Vorfeld nochmal den Kontakt suchen, so dass der andere Foodsaver die Abholung nicht versäumt, oder sich für alle Fälle eine "Tragehilfe auf Abruf" bereithalten.



Artikel von:   Vorstand foodsharing e.V.   (Kontakt)