Kooperationsaufbau - Checkliste

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Beim Aufbau von Kooperationen gibt es grundsätzlich 2 verschiedene Fälle:

  1. kleinere, inhaber*innengeführte Betriebe, bei denen der/die Geschäftsleiter*in selbst über eine Kooperation entscheiden kann
  2. Filialen einer Betriebskette, die aus mehr als 3 Filialen besteht: bei solchen müssen die Verhandlungen für eine Kooperation mit der zentralen Geschäftsleitung geführt werden

Ein Bezirk kann eigenständig nur im Fall 1 eine Kooperation aufbauen.
Im Fall 2 dürfen die Verhandlungen nur von der Gruppe Betriebsketten geführt werden, an die man sich für den Aufbau einer solchen Kooperation wenden kann.


Vor dem Kooperationsaufbau

Vor dem Aufbau einer Kooperation solltest du dir über folgende Punkte klar sein:

  • Wenn du eine Kooperation aufbaust, bist du verantwortlich dafür, sie auch als Betriebsverantwortliche*r zu pflegen (eventuell mit anderen zusammen) und ein Abholteam aufzubauen.
  • Es ist wichtig, dass du dich mit der Thematik Lebensmittelproduktion und -Verschwendung auseinandersetzt, damit du sie gut erklären, Fragen beantworten und bewusst handeln kannst. Dafür gibt es z.B. das Dokument Kontext und Selbstverständnis.

Vorbereitungen

  1. Schau auf der Karte, ob der Betrieb schon eingetragen ist. Dazu musst du rechts "Betriebe" anklicken und dann den Haken bei "Alle Betriebe" setzen.
  2. Falls ja, dann finde heraus, ob sich schon jemand um den Betrieb kümmert, und sprich dich ggf. mit der Person ab.
  3. Falls nein, dann trage ihn (vor dem ersten Kontakt mit dem Betrieb) in die Betriebsliste ein (Bezirke - <Bezirk> - Betriebe), damit eine Betriebsseite entsteht und dort alle Infos gesammelt werden können.
  4. Sprich die Idee mit dem/der zuständigen Botschafter*in ab, bevor du Kontakt mit dem Betriebe aufnimmst. Er/sie kann noch einiges prüfen, was evtl. gegen eine sofortige Kontaktaufnahme spricht, z.B.: noch zu wenige Foodsaver, zu kleines Abholteam, zu wenige Verteilmöglichkeiten, Betrieb gehört zu Betriebskette, ...

Team aufbauen

  • Für eine gute und verlässliche Kooperation ist ein Betriebsteam mit genügend zuverlässigen Foodsavern nötig.
  • Das Team sollte groß genug sein, um auch Krankheitsfälle und Urlaubszeiten ausgleichen zu können.
  • Aus dem gleichen Grund sollte es mindestens 2 Betriebsverantwortliche geben.
  • Die Mindestgröße des Teams hängt natürlich von der Anzahl der Abholungen pro Woche und der typischen Abholmenge ab.
  • Eventuell kann man die Foodsaver fragen, wie oft sie voraussichtlich Abholungen machen wollen, und daraus berechnen, ob das Team groß genug ist.

Vorbereitung der Kontaktaufnahme

Beim ersten Gespräch mit dem Betrieb ist es wichtig, gut vorbereitet zu sein. Der Betrieb muss genau und ausführlich über foodsharing informiert werden. Außerdem sollte man Vertrauen aufbauen, dass foodsharing ein zuverlässiger und unkomplizierter Partner für den Betrieb ist. Das macht es für Betriebe leichter, sich für eine Kooperation mit foodsharing zu entscheiden.

Unterlagen vorbereiten

  • Foodsaver-Ausweis und Foodsaver-Visitenkarte (über die Plattform generierbar)
  • auf den Bezirk angepasstes Dokument über die Ziele von foodsharing (Grundlagentexte findest Du im Wiki)
  • Informationen für Spenderbetriebe: Vorteile, Hintergründe, Kontakte
  • Rechtsvereinbarung
  • Flyer von foodsharing
  • Seriösität vermittelnde Zeitungsartikel mit Positiv-Beispielen (siehe z.B. Medienberichte)
  • ggf. noch mehr Hintergrund-Informationen

Der Kooperationsaufbau

Der Erstkontakt

  • Vereinbare vorher (z.B. telefonisch) einen Termin.
  • Sprich am besten direkt mit der/dem Geschäftsleiter*in.
  • Nimm alle Unterlagen mit.
  • Geht am besten zu zweit, das vermittelt mehr Professionalität.
  • Sollte kein Treffen gewünscht sein oder lässt sich kein Termin finden, dann schicke per Mail die gewünschten Informationen zu. Biete an, bei Unklarheiten gerne persönlich vorbei zu kommen.

Ihr könnt dafür folgendes Material verwenden:

Beginn des Gesprächs

Um Seriosität, Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit zu vermitteln, solltet ihr

  • euch als Mitglieder von foodsharing vorstellen
  • eure Ausweis zeigen
  • foodsharing kurz erklären
  • Idee, Konzept und Selbstverständnis des Lebensmittelrettens kurz darstellen.
  • Infomaterial überreichen

Derzeitige Situation erfragen

  • Was geschieht mit den aussortierten Waren?
  • Gibt es schon Kooperationen mit anderen Organisationen?
Falls ja:
  • Gibt es Tage, an denen noch nicht abgeholt wird?
  • Wird alles an anfallenden Lebensmitteln abgeholt, z.B. auch Produkte über MHD und Molkereiprodukte? (Die Tafel zum Beispiel holt diese Produkte meist nicht ab.)
  • Wichtig: Die Foodsaver sehen sich nicht in Konkurrenz zu den Tafeln, sondern als Ergänzung. Wir stellen klar, dass wir niemandem etwas wegnehmen wollen; Ziel ist, dass keine genießbaren Lebensmittel weggeworfen werden.

Vorteile für den Betrieb erklären

Verwendet dafür das Dokument Vorteile für den Lebensmittelspenderbetrieb.

Details für die Kooperation absprechen

Wir richten uns dabei nach den Wünschen der Geschäftsleitung.

  • Abholtermine: ideal sind feste Wochentage und Uhrzeiten; aber auch Abholungen auf Telefonanruf der Geschäftsleitung sind denkbar
  • Genauer Abholort:
  • Wo genau sollen sich Foodsaver zur Abholung melden?
  • Wie viele Foodsaver können den Betrieb betreten?
  • Die Foodsaver treffen sich außerhalb und kommen gemeinsam zum Abholort.
  • Können die Foodsaver dort sortieren und aufteilen? Oder soll dies an einem anderen Ort stattfinden? (Oft möchte der Betrieb keine besondere Aufmerksamkeit auf das Abholen lenken.)
  • Die Betriebsverantwortlichen hinterlassen ihre Namen und Telefonnummern; sie sind die Ansprechpartner für die Geschäftsleitung.
  • Die abholenden Foodsaver können sich mit ihrem Ausweis identifizieren.
  • Sortierung: Die Foodsaver sortieren die bereitgestellten Lebensmittel selbstständig in genießbare und nicht mehr genießbare.
  • Die Foodsaver nehmen alle noch genießbaren Lebensmittel mit.
  • Die nicht mehr genießbaren Lebensmittel sowie anfallende Verpackungen lassen sie beim Betrieb zurück.
  • Die Foodsaver übernehmen die Verantwortung für die Lebensmittel und kümmern sich um eine sinnvolle Weiterverteilung (Bekannte, Fair-Teiler, soziale Einrichtungen, Volksküchen u.a.
  • Kontaktdaten und Ansprechpartner in der Filiale erfragen
  • Nennung des Betriebs klären:
  • Darf erzählt werden, woher die Lebensmittel kommen?
  • Darf der Betrieb gegenüber der Presse genannt werden?

Wenn die Betriebe Bedenken äußern

  • Wenn die Betriebe Bedenken äußern oder nicht kooperieren wollen, kann man andere Positiv-Beispiele vorstellen, d.h. Betriebe, mit denen wir eine Kooperation haben.
  • Wir sollten unsere Argumente freundlich und ohne Vorwurfscharakter, Druck oder Anspruchshaltung deutlich machen. Wir sollten eher darauf abzielen zu informieren, nicht die Gesprächspartner*innen zu überreden. So ist die Chance am größten, eine Einwilligung erreichen.

Nach dem Erstkontakt

  • Betrieb aktualisieren:
  • Alles Besprochene wird auf die Teamseite des Betriebs geschrieben (Besonderheiten, ggf. auch Pinnwand).
  • Der Status (kooperationsbereit, noch in Verhandlungen, nicht bereit zu spenden usw.) wird aktualisiert. So können alle aus deiner Region sehen, welche Betriebe bereits angesprochen worden sind.
  • Wenn vereinbart, erhält der Betrieb noch Info-Material oder Informationen per Email.
  • Der neue Betrieb wird im Bezirks-Forum bekannt gemacht, damit noch mehr Foodsaver auf ihn aufmerksam werden und vielleicht das Team verstärken.

Flussdiagramm Kooperationsaufbau

(etwas veraltet - wird bald aktualisiert)

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