Artikel über Raphael Wintrich - Unispiegel

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StudentInnen studieren nicht nur. Sie erschaffen Kunst, die bewegt, und machen Erfindungen, die das Leben erleichtern. Sie brechen Rekorde, unternehmen aufregende Reisen und helfen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Wie die StudentInnen in unserer neuen UniSPIEGEL-Serie.

Donnerstagnachmittag in Köln: Raphael Wintrich, 27, zieht seine warme Jacke an, setzt seine Lappenmütze auf und geht raus in die Januar-Kälte, um Gutes zu tun. Vorm Haus befestigt er einen Anhänger an seinem Trekkingrad, dann radelt er los: Der Student der Sozialen Arbeit an der Katholischen Hochschule will die Supermärkte in seiner Gegend abklappern und Lebensmittel einsammeln, die die Märkte nicht mehr verkaufen können, in erster Linie Obst und Gemüse: bräunliche Bananen, Äpfel, die schon leichte Druckstellen haben, Gurken, die etwas zu krumm sind. Wintrich tut das zweimal in der Woche und nennt sich »Lebensmittelretter«. Das erinnert an die Arbeit der »Tafel«, allerdings betreibt der Student keine eigene Ausgabestelle, und es geht ihm auch nicht in erster Linie um Nothilfe. Das, was er einsammelt, liefert er zwar bei Asylbewerberheimen, Obdachlosenunterkünften und anderen sozialen Einrichtungen ab. Aber im Prinzip ist es ihm egal, wer das Grünzeug isst: Nichts, was eigentlich noch gut ist, soll in der Tonne landen. »Die Deutschen sind Weltmeister im Wegwerfen. Das muss ein Ende haben«, sagt Wintrich. Mit seinem Kampf gegen die Verschwendung steckte er nun schon Hunderte an: Vor einem halben Jahr baute er gemeinsam mit Bekannten die Internetseite lebensmittelretten.de auf, über die sich mittlerweile 2500 LebensmittelretterInnen organisiert haben. Allein in Köln wird das Projekt von 200 anderen unterstützt, darunter gut 100 StudentInnen, sagt Wintrich.

Raphael Wintrich.pdf